Diese Serie zeigt Arbeit, wie sie stattfindet: ohne Kommentar, ohne Inszenierung.
Die Fotografien von Holger Ziebarth erzählen keine Geschichte. Sie protokollieren Vorgänge. Uwe hebt, zieht, schiebt. Er fährt den Wagen, ja aber vor allem sorgt er dafür, dass das, was transportiert wird, heil ankommt. Kartons wechseln ihren Ort, Gewichte werden sinnvoll verteilt, Übergänge geregelt. Niemand applaudiert. Genau deshalb funktioniert es.
„Uwe“ zeigt Arbeit nicht als Haltung oder Statement, sondern als das, was sie meistens ist: eine Abfolge verlässlicher Handlungen. Jede Bewegung hat einen Zweck. Jede Entscheidung verhindert späteren Ärger. Es gibt keinen Grund stehen zu bleiben, selbst wenn es schön wäre. Die Kamera verzichtet konsequent auf Aufregung, und Uwe liefert ihr dazu keinen Anlass.
Der Arbeitsraum Lagerhalle, Ladefläche, Rampe ist kein Hintergrund, sondern der eigentliche Hauptdarsteller. Hier gelten Regeln. Gewicht gehört nach unten, Zerbrechliches nach oben, Chaos hat Pause. Der Mensch ist Teil dieser Ordnung, nicht ihr Mittelpunkt. Er bewegt Dinge und trägt die Verantwortung dafür, dass sie unterwegs nicht plötzlich eigene Ideen entwickeln.
Schwarzweiß hilft beim Wesentlichen. Farben, Logos und Marken verschwinden. Was bleibt, ist Körper. Rhythmus. Aufmerksamkeit. Die Serie erklärt Arbeit nicht, sie lobt sie nicht und sie beklagt sie auch nicht. Sie zeigt, wie sie gemacht wird. Und danach wird weitergearbeitet.