Edition Makeready · Europalette · Kunst oder Infrastruktur?
Die Ikone der Logistik. Das Kreuz der Moderne.
Holger Ziebarth hebt die Europalette auf ein neues Level, nicht im Lager, sondern im Kanon.
Objektkunst mit teilweise erheblichen Gebrauchsspuren also mit Geschichte, Charakter und zertifizierter Tragfähigkeit.
Jedes Exemplar:
handsigniert und nummeriert von Holger Ziebarth persönlich
streng limitiert auf 5000 Stück
Format: 80 × 120 × 14,4 cm – passt unter jedes Bett oder auf jeden Kunstmarkt
Authentic as can be.
Ein Statement. Ein Sockel. Eine Zeitkapsel.
Und das Beste: Man kann sie benutzen. Oder bewundern. Oder beides.
Holger Ziebarth „Die heilige Trägerin“
(Auszug aus dem Ausstellungskatalog „Objekte mit Vergangenheit“, 2025)
Wenn Duchamp eine Urinalschale als Kunst deklarieren durfte, dann ist das hier der stille Beweis dass man auch mit Holz, Splittern und einem Stapler-Trauma in den Olymp der Kunst einziehen kann.
Sie liegt da. Schwer vom Leben. Vom Warenumschlag. Von der Welt.
Mit “Die heilige Trägerin” gelingt Holger Ziebarth ein Werk, das nicht nur als Readymade gelesen werden kann, sondern sich gleichzeitig als reliquienhafte Skulptur, kritische Zeitdiagnose und tragende Chiffre kapitalistischer Beschleunigung behauptet.
Die Europalette industrielles Trägermodul, normiertes Basisobjekt der globalisierten Warenlogistik wird durch Ziebarths Intervention aus ihrer Funktionalität enthoben und in einen Zustand kontemplativer Autonomie überführt. Sie trägt nichts mehr, außer sich selbst und ihre Geschichte.
Das Material verweigert sich der Glättung. Absplitterungen, Abriebspuren, Farbschatten und Stempelreste bleiben sichtbar nicht als ästhetisches Beiwerk, sondern als Zeugenschaft. Jede Palette ist ein Archiv, jede Kerbe ein Eintrag im Logbuch der Postmoderne.
Der Titel Die heilige Trägerin verweist nicht nur auf die kultische Aufladung, die das Werk durch Signatur und Nummerierung erfährt, sondern auch auf die metaphysische Funktion des Objekts im gesellschaftlichen Raum. Denn was sind Paletten anderes als die unbesungenen Monstranzen der Konsumgesellschaft, durch sie wird die Ware zur Welt gebracht.
Indem Ziebarth sie nummeriert, signiert und limitiert, hebt er sie aus dem Kreislauf der Zirkulation und bringt sie in jenen Zustand der auratischen Erstarrung, den Walter Benjamin einst dem Kunstwerk zuschrieb, bevor es von der Reproduzierbarkeit erfasst wurde. In dieser Umkehr der Bewegung liegt die stille Radikalität des Werks.
Die heilige Trägerin ist damit keine Skulptur im klassischen Sinn, sondern ein Verfahren. Ein Prozess der Erhebung. Ein fast liturgischer Akt.
„Nicht alles was du transportierst ist Kunst“, schreibt Ziebarth in seinem Werkbuch.
Ein Satz, der alles trägt.