Im Kiez zieht jeder blank
warum nicht auch die Kunst?
Kiez Hering bringt die Wahrheit auf die Bühne:
ein Fisch, der mehr Haltung zeigt als mancher Mensch.
Mit „Strip-Fisch“ lotet Kiez Hering die Grenzen zwischen Körper, Konsum und Kunstbetrieb aus.
Der Fisch, traditionell Symbol des Glaubens, wird zum Protagonisten einer säkularen Erlösung:
Er tanzt, nicht für Gott, sondern fürs Publikum.
Ein Akt der Selbstentblößung, der zugleich Kommerz und Katharsis ist.
Denn was bleibt von der Kunst, wenn sie sich ihrer Schuppen entledigt?
Nur das rohe Fleisch der Aufmerksamkeit.
Kiez Hering zeigt, dass auch ein Fisch zur Ikone werden kann,
wenn der Blick ihn lange genug fixiert,
sei es im Museum oder an der Stange.
Zwischen Reeperbahn und Religionsersatz kippt die Szene ins Absurde:
Der Fisch, ein Rebell gegen seine eigene Natur,
wird zum Symbol des entfesselten Kunstmarkts,
und zum Spiegel einer Gesellschaft,
die sich nach Echtheit sehnt, aber nur Inszenierung kennt.
So tanzt der „Strip-Fisch“ weiter, stoisch und charmant,
unter Neonlicht und Neugier,
und man weiß nicht recht, ob man lachen, beten oder bezahlen soll.